Oberbayern vermeldet: Es lebe der Geist des Freiherrn von Grafenreuth! Verlinken verboten!

Das gegenseitige oder auch nur einseitige Verlinkungen das eigentliche Wesen des Internets und seiner „Sharing“ Kultur ausmachen, ist eventuell sogar schon dem einen oder anderen Webseitenbetreiber der Sparte „Ich-drucke-mir-das-Internet-selber-aus“ bekannt. Links von Webseiten auf andere Webseiten erhöhen unter anderem auch die Popularität und somit das Ranking bei Such-und-Finde-Giganten àla Google. Aber nicht nur dort.

Nicht alle deutschen Webseitenbetreiber, scheinen das aber so zu sehen und akzeptieren Links von privaten Webseiten auf ihre Angebote. Das Internetverständis eines Freiherrn von Grafenreuth liess uns somit heute aus den oberbayrischen Wäldern grüssen. Obwohl der seelige „Herr Freiherr von“ bereits im Jahre 2010 verschieden ist, sein Geist lebt aus Bayern noch immer fröhlich mailend fort. Eine seit Jahren bestehende Linksetzung eines Kunden war entdeckt worden und wir als Hoster wurden heute aufgefordert, diese Linksetzung unverzüglich und auch für künftige Zeiten zu unterbinden. Offenbar hat es sich bis in die oberbayrischen Wälder noch nicht herum gesprochen, dass man die Adressdaten eines Domaininhabers für eine dot-DE-Domain via Denic-Anfrage ermitteln kann oder (wie in diesem Falle auch vollständig vorhanden gewesen) im Impressum einer Webseite erfahren kann. Schiessen, so die offensichtliche oberbayrische Denkweise, ist seeliger denn reden. Und dabei leben wir doch #ImcoolstenLandderWelt – wie uns der FDP Rösler seit März Glauben machen will.

In Zeiten des Leistungsschutzrechtes  werden gerade private Betreiber kleiner Webseiten mit derartigen Ansinnen künftig wohl öfter konfrontiert werden. Die Abmahnindustrie übt sich ein. Noch freundlich, aber gerade für die Kleinen deshalb nicht weniger ungefährlich. Denn es sind die Kleinen und privaten, die wegen fehlender Lobby hier als erstes auf der Strecke bleiben werden. Deutsche Wirtschaftsförderung ála Springerlobby und deren Trittbrettfahrer eben. Das auch Bundesministerien sich gegenüber einer das LSR befürwortenden Mediengruppen nicht anders als Abmahner verhalten, um einer nur ihm genehmen Informationspolitik gegenüber den sie bezahlenden Steuerzahlern zu frönen, auch das gehört zu den Lernergebnissen des heutigen Tages. Was bleibt ist zumindest heute noch, die leise Hoffnung, das bei fortgesetzten derartigen Auftritten der Abmahngichtlingen aus Politik und Wirtschaft bald auch der letzte begreift, worum es eigentlich geht: Tod den Vernetzern!

Unser Kunde machte, was wohl ein jeder private Webseitenbetreiber leider machen würde:  Er bat uns um sofortige Abschaltung seiner Seite. Die Kleinen sind eben die ersten Verlierer, auch wenn es nur um Rezepte für Hobbyköche geht

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